Mein Glücksgriff Nuja …

… war damals 1,5 Jahre alt und kam – aufgewachsen ohne Menschenkontakt – direkt von der Weide in den heimischen Offenstall. Ich bildete Sie von Anfang an selbst aus, wobei wir sicherlich unsere Höhen und Tiefen hatten, doch heute sind wir beide schon seit 10 Jahren ein Team und uns verbindet sehr viel – das merkt man auch. Zu diesem Pferd habe ich eine ganz besondere, einmalige Verbindung und verdanke ihr sehr viel.
Sie hat mich viel gelehrt, was ich heute anderen Pferden und ihren Besitzern mitgeben kann.
Durch sie kam ich nicht nur zur klassischen Pferdeausbildung, den Einflüssen der Légèreté und der Freiarbeit, sondern auch zu HIDALGO Sattel. Im Bezug auf Sättel war sie aufgrund ihres Körperbaus und ihrer enormen Sensibilität schon immer schwierig, so brachte sie mich als verzweifelten Pferdebesitzer nach langer Suche auf die Lederbaumsättel – und es wurde mehr daraus, als nur ein zufriedener Reiter.
So war sie in vielerlei Hinsicht mein absoluter Glücksgriff.

Mit 1,5 Jahren war sie zwar noch schmal und sah süß aus, doch ihren unglaublich starken Willen hatte sie schon damals. Heute kann ich schmunzelnd an die Augenblicke zurückdenken, in denen sie mich so manches Mal an meine Grenzen gebracht hatte. Sie hat mich als Charakterpferd und absolutes Ein-Mann-Pferd gut geschult und auf viele Aufgaben, denen ich mit schwierigen Kundenpferden bereits gegenüberstand, sehr gut vorbereitet.

Ihre Ausbildung durchlief Höhen und Tiefen, da uns schon früh durch eine schwere Erkrankung große Steine in den Weg gelegt wurden. Doch auch diese Zeit konnten wir meistern und so konnte ich nachdem ich einige Jahre nach dem Anreiten nur hin und wieder kurze Zeit im Gelände auf ihrem Rücken verbringen konnte, erst mit 7 Jahren ihre dressurmäßige Ausbildung beginnen.
Während viele dachten, aus ihr würde niemals ein leistungsfähiges und gutes Pferd werden – was auch an dem Vorurteil lag, ein Appaloosa könne niemals ein gut gerittenes Dressurpferd werden – gab ich ihr alle Zeit, die sie brauchte. Und dies hat sich gelohnt, denn heute – etwa 3,5 Jahre später – ist sie nicht nur leistungsfähig, leistungsbereit und solide ausgebildet, sondern auf einem höheren Niveau als ich es mir zu Beginn ihrer Reitkarriere je erträumt hätte und springt dazu noch für ihr Leben gerne Geländehindernisse.
Unsere gemeinsame Reise brachte uns zur klassischen Dressur, welche sich für mich trotzdem gut mit dem Geländespringen verbinden lässt. Als Ausgleich zu den hohen Lektionen in absoluter Balance und Leichtigkeit genießen wir so zusammen die Aufgabenstellungen des Vielseitigkeitsreitens.